TODESTAGE 156, Mittwoch den 26.Mai 2010, Eckernförde
Seit heute morgen im Bett ist ein Liedtext in meinem Kopf, obwohl ich ihn als reichlich unpassend empfinde: Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser schönen Sommerzeit…
Für den Weg zum Briefkasten und zum Markt habe ich meinen Wintermantel wieder angezogen.
Aber der PC tut wieder (zumindest kann er wieder schreiben).
Vorhin habe ich an der Wiedererlangung dieser Fähigkeit gezweifelt, und schon mal mit der Hand angefangen zu schreiben. Sowohl der Vorgang als auch das Ergebnis haben mich erschreckt: Ich bin nicht mehr fähig, einen längeren Satz aufs Papier zu bringen ohne einen Krampf in der Hand zu kriegen, ganz abgesehen von der Leserlichkeit dieses Satzes.
Ich schreib da aber weiter dran und lege das Blatt mit in die Mappe.
Vielleicht ist mit „Freud“ ja der Sigmund gemeint.
Ich spiele mit dem Gedanken, mein Auto abzuschaffen, es wird zum Luxus weil ich zu selten fahre.
Mit diesem Gedankenspiel im Kopf ging ich zur Garage um ein Stück raus zu fahren, mal wieder walken. Beim Überqueren der Straße dachte ich - die Entscheidung der Trennung vom Auto betreffend, „schick mir ein Zeichen!“.
Das war dann schon da als ich kam: Eine frische Ölpfütze unterm Motor.
Wir werden uns trennen. Noch nicht sofort, aber noch dieses Jahr.

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