Mittwoch, 27. Januar 2010

TODESTAGE 152, 26.Januar 2010, Dienstag

Erst wollte ich nicht, aber er lief eigentlich ganz gut.

Jetzt will ich - aber er bockt.

Ich meine den PC.

Dabei ist bereits früher Nachmittag, jeder Todestag geht einmal zu Ende.

Die Sonne scheint!

Aber die Luft ist eisig. Auf meinem Thermometer am Fenster minus 5°, in freier Wildbahn sind das minus 10° - jedenfalls heute morgen.

Der Winter ist eine starre Zeit, besonders dieser: Nichts bewegt sich, alles ist eingefroren:

Nichts weiß ich zu schreiben, nichts weiß ich zu zeichnen…

Mit dem Schreiben ist es eigentlich einfach, wenn ich beim ursprünglichen Konzept bleibe: Den jeweiligen 26. zu dokumentieren.

Na denn:

Schon beim Aufwachen kann ich an der Art des Weiß der Gardine sehen ob die Sonne scheint oder nicht. Heute: Ja, sie schien! Das hilft beim Aufstehen, das Licht ist dann günstig zum Fotografieren von Blättern an der Wand.

Und dann - und dann - und dann - hab ich wie jeden Tag um High Noon (schreibt man das so?) meinen Freund Markus besucht, um mit ihm Kaffee zu trinken. Cordula war auch da mit Brötchen. Markus hat die ganze Zeit versucht, sein Faxgerät wieder in Gang zu bringen, am Ende mit Erfolg!

Und, der Versuch von beiden, Markus und Cordula: Ideen zu entwickeln, den notwendigen Lebensunterhalt zu beschaffen.

Warmer Griesbrei mit Butter und Honig, danach eine Stunde unter einem kuscheligen Plümo, das ist wie - ja wie denn - wie Mutterkuchen damals gewesen sein mag, oder wie Zuckerwatte, oder wie gestreichelt werden in diesen kalten Tagen.

Nebenan im Zimmer räumt Hagen auf. Das hört sich immer an, als ob er jedes Möbelstück aus einem Meter Höhe auf den Holzoden fallen lässt. Armer Markus!

Eben auf der Straße eine Szene mit beneidenswerten Energieausbrüchen: Ein etwa dreijähriger Junge rannte herum, fiel hin stand wieder auf, ständig seinen Vater anmachend, er möge ihn doch gefälligst mal jagen, oder sich verstecken, oder ihn suchen, wenn er sich versteckte. Ob der Vater wollte, war nicht eindeutig auszumachen. Aber er musste.

Für die Sonne war’s zu spät, aber der Mond (zunehmend) schien auf’s Eis.

Der Vollständigkeit halber die Speisekarte des Abends:

Pellkartoffeln mit Butter, Bismarckering aus dem Glas, Eisbergsalat (nur gewaschen, nicht angemacht), so zum Reinbeissen.

23 Uhr: Wider Erwarten eine Zeichnung, am Rande des Erträglichen - aber da fühle ich mich ja recht wohl. NOCH gefällt sie mir. Die Körperlichkeit ist zwar reichlich geschönt, aber so passte sie besser aufs Blatt.

Ein Novum: Ich habe mich noch nie nackt dargestellt.

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