Samstag, 27. Februar 2010
Freitag, 26. Februar 2010
TODESTAGE 153, 26.Februar 2010, Freitag
Es ist Nachmittag. Nach einer Stunde Schlaf zwischendurch fängt jetzt der Tag an. Ich vertrag wohl nicht mehr viel - gestern habe ich nach langer Zeit wieder am KAOTEn-Stammtisch teilgenommen.
Nicht, dass der Vormittag nicht existiert hätte: Mit Erleichterung habe ich nach dem ersten Aufstehen den Anblick des Schnees auf den Dächern vermisst, habe bei Markus Kaffee getrunken und davor das günstige Licht zum Fotografieren von Zeichnungen genutzt.
Die Zeichnungen: Lauter gefesselte Männer. Vorvorgestern begonnen, vorgestern fortgesetzt, gestern angeschaut (nach dem Stammtisch), heute Gefallen dran gefunden: Deshalb sind jetzt zwei davon in diesem Text.
Mittwoch, 27. Januar 2010
TODESTAGE 152, 26.Januar 2010, Dienstag
Erst wollte ich nicht, aber er lief eigentlich ganz gut.
Jetzt will ich - aber er bockt.
Ich meine den PC.
Dabei ist bereits früher Nachmittag, jeder Todestag geht einmal zu Ende.
Die Sonne scheint!
Aber die Luft ist eisig. Auf meinem Thermometer am Fenster minus 5°, in freier Wildbahn sind das minus 10° - jedenfalls heute morgen.
Der Winter ist eine starre Zeit, besonders dieser: Nichts bewegt sich, alles ist eingefroren:
Nichts weiß ich zu schreiben, nichts weiß ich zu zeichnen?
Mit dem Schreiben ist es eigentlich einfach, wenn ich beim ursprünglichen Konzept bleibe: Den jeweiligen 26. zu dokumentieren.
Na denn:
Schon beim Aufwachen kann ich an der Art des Weiß der Gardine sehen ob die Sonne scheint oder nicht. Heute: Ja, sie schien! Das hilft beim Aufstehen, das Licht ist dann günstig zum Fotografieren von Blättern an der Wand.
Und dann - und dann - und dann - hab ich wie jeden Tag um High Noon (schreibt man das so?) meinen Freund Markus besucht, um mit ihm Kaffee zu trinken. Cordula war auch da mit Brötchen. Markus hat die ganze Zeit versucht, sein Faxgerät wieder in Gang zu bringen, am Ende mit Erfolg!
Und, der Versuch von beiden, Markus und Cordula: Ideen zu entwickeln, den notwendigen Lebensunterhalt zu beschaffen.
Warmer Griesbrei mit Butter und Honig, danach eine Stunde unter einem kuscheligen Plümo, das ist wie - ja wie denn - wie Mutterkuchen damals gewesen sein mag, oder wie Zuckerwatte, oder wie gestreichelt werden in diesen kalten Tagen.
Nebenan im Zimmer räumt Hagen auf. Das hört sich immer an, als ob er jedes Möbelstück aus einem Meter Höhe auf den Holzoden fallen lässt. Armer Markus!
Eben auf der Straße eine Szene mit beneidenswerten Energieausbrüchen: Ein etwa dreijähriger Junge rannte herum, fiel hin stand wieder auf, ständig seinen Vater anmachend, er möge ihn doch gefälligst mal jagen, oder sich verstecken, oder ihn suchen, wenn er sich versteckte. Ob der Vater wollte, war nicht eindeutig auszumachen. Aber er musste.
Für die Sonne war?s zu spät, aber der Mond (zunehmend) schien auf?s Eis.
Der Vollständigkeit halber die Speisekarte des Abends:
Pellkartoffeln mit Butter, Bismarckering aus dem Glas, Eisbergsalat (nur gewaschen, nicht angemacht), so zum Reinbeissen.
23 Uhr: Wider Erwarten eine Zeichnung, am Rande des Erträglichen - aber da fühle ich mich ja recht wohl. NOCH gefällt sie mir. Die Körperlichkeit ist zwar reichlich geschönt, aber so passte sie besser aufs Blatt.
Ein Novum: Ich habe mich noch nie nackt dargestellt.
Samstag, 26. Dezember 2009
TODESTAGE 151, Samstag den 26.Dezember 2009
Er taucht zwar auf, all die Jahre schon - der 26.Dezember - aber ich kann ihn nicht akzeptieren als Todestag: Er ist einfach nur ein Teil eines Lochs in der Zeit am Jahresende zwischen Weihnachten und Neujahr. Ein Teil zwar noch von Weihnachten, also am Rande des Zeitlochs, aber immerhin.
Alles, was ich heute so getan habe oder so getan habe als hätte ich es getan, ist in dieses Loch gefallen.
Weg. (Welch sinnige Doppeldeutigkeit)
Freitag, 27. November 2009
Donnerstag, 26. November 2009
nach Mitternacht, weit...
Den Rest der Nacht habe ich mit Christa Wolf verbracht - eine anstrengende Frau.
22 Uhr vorbei
Es ist eine merkwürdige Erfahrung: Wenn ich mein Ausgangsmaterial - das Foto eines Menschen - auf den Kopf stelle und es aus dieser Position, also verkehrt herum, abbilde, erhält die Zeichnung eine meiner Arbeitsweise entgegenkommende Unbeholfenheit und wird oft sogar ähnlich, nicht im Detail, aber generell. Ich habs dann nochmal "richtigrum" versucht, dieses Blatt aber sofort zerrissen.
Den ganzen November durch habe ich Köppe gezeichnet.Viele. Ich merke dass es Zeit wird, davon wieder runter zu kommen, oder dieses Thema grundlegend zu verändern.
Was ich heute noch geleistet habe:
Meinen täglichen Kaffeebesuch bei Markus, eine gute Tat,vollbracht, einen kleinen Einkauf getätigt, zwei Telefonate erledigt und einen Schlaf von einer guten halben Stunde genossen. Ach ja: Und diesen Blog über den ganzen Tag verfolgt.
Und gelesen: Christa Wolf, Kindheitsmuster. Ein Buch, welches ich nach dem Anlesen von 30 Seiten als unverdaulich erstmal zur Seite gelegt hatte, dann aber gemerkt habe, dass diese Art der Erinnerungsverarbeitung mit ständigen Zeitsprüngen kaum anders möglich ist. Erinnerungen - lange her - sind Fetzen.
abends, kurz nach 16 Uhr
Auf die Nacht hoffend, gerade im Beginn begriffen.
Gleich - aber erst nochmal zurück zu dem Duo "Schläfrig/Nervös". Eine mir gemäße Alterserscheinung, wie ich annehme: Die Angst, nicht mehr viel zu erreichen im Wechsel mit einer (sogar angenehmen) Müdigkeit.
Auf die Nacht hoffend.
Ich will zeichnen. Mir fehlt der zwingende Antrieb, heute.
Jedesmal ist es dieselbe Angst, wenn ich vor dem leeren Blatt stehe.
Heute mit zweigetelter Aufmerksamkeit: zwischen der unbegonnenen Zeichnung einerseits und diesem noch unfertigen Text.
TODESTAGE 150, Donnerstag, den 26. November 2009
Als ich gestern Nacht so gegen eins nach Hause kam, war der Himmel sternenklar. Auf dem ganzen Weg, die drei Kilometer, bin ich nur vier Menschen begegnet (2 x 2). Als ich, bereits in der Innenstadt, dann doch noch vor dem Erreichen des heimischen Klos nochmal pinkeln musste, konnte ich das unbeobachtet am kaum beleuchteten Rand des Hofes am STOV-Gebäude erledigen. Ich hätte mich auch mitten auf die Straße hocken können, niemand hätte es bemerkt.
Heute morgen liegen die noch durch ein weißes Netz verhüllten Tannenbäume auf der Straße, vor jedem Laden einer, dem jeweiligen Schmuckbedürfnis der Ladeninhaber ausgeliefert.
Dienstag, 27. Oktober 2009
Montag, 26. Oktober 2009
Mitternacht vorbei...
zwei Zeichnungen habe ich dann doch noch geschafft (geschaffen? nee, lieber geschafft, hört sich mehr nach Arbeit an) .Noch bin ich davon begeistert, mal sehen was ich morgen mit nüchternem Blick davon halten werde.
meine alternative Geschichte...
Eigentlich wollte ich jetzt zeichnen.
sehr später Nachmittag

An so grauen Tagen wie heute kriege ich nicht viel getan. Erst am Abend, wenn man das Grau nicht mehr sieht, werde ich lebendig.
Aber etwas anderes hat sich getan: Eher beiläufig habe ich meinen "drei Weibern" von Peters Angebot erzählt, uns einen Besuch bei ihm in der Türkei zu finanzieren, die drei sind voll begeistert, legen aber großen Wert darauf, dass ich mitkomme. Mach ich.
Das Foto: Ein Blick von der Dachterrasse bei Peter in der Türkei. Sorry, nicht sehr informativ.
Ausstellungsbesucher, Zeichnung, Graphit auf Papier

Diese Zeichnung ist von gestern und hat hier eigentlich nichts verloren. Aber das Äugelchen, oben links, neben der Hand, das hab ich in der Nacht NACH 12 Uhr hinzugefügt. Und da mir die Zeichnung gefällt, mag ich sie gerne hier zeigen. Eine neue Serie, die mir grosse Konzentration abverlangt: Gesichter. War nie mein Ding, ist jetzt aber mal fällig. Das Thema "Ausstellungsbesucher" stammt von Markus, der vor kurzer Zeit die Idee hatte, doch mal die Betrachter meiner Bilder zu zeichnen, so dass sich jeder wiederfindet. Mit dem Wiederfinden ist das nicht so meine Sache, aber Gesichter, ja - doch.
TODESTAGE 149, Montag den 26.Oktober 2009
Gleich zeigt die Kirchturmuhr vor meinem Fenster die richtige Zeit: Ein Uhr. das tut sie bereits seit gestern, sie hat den Wechsel auf Winterzeit boykottiert, recht hat sie.
Mittwoch, 7. Oktober 2009
E-Mailwechsel mit Carola, Köln
Zum Abrunden ein E-Mailwechsel zwischen Carola Willbrand und mir:
Toi Toi Toi!
Viel Erfolg! Genieße alles
Ich bin traurig, nicht kommen zu können!
Danke Dir, liebe Carola!
eigentlich habe ich inzwischen gar keine Lust mehr auf den Rummel (denn das wird einer!), aber ich sollte mental umpolen: Sei doch einfach neugierig, was da mit den Leuten sein wird! Denn im Grunde wissen fast alle nicht, was sie mit meinem Kram anfangen sollen, sind aber inzwischen verunsichert, weil andere diesen Kram lauthals tierisch gut finden.
Interessant wird es auf jeden Fall.
Liebste Carola!
es war ergreifend, in der Tat!
Wenn der Ort dieser Ausstellung ein anderer gewesen wäre und wenn die Worte der Eröffnungsrede aus einem anderen Munde gekommen wären...ja dann, dann wäre ich jetzt berühmt!
Der Redner hat sich nicht gescheut, mich mit Joseph Beuys zu vergleichen...
Das hat natürlich beeindruckt, und dann fanden se mich (fast) alle gut.
Grüße!
Marianne
Toll!!! Schön! Prima! Genieß es! Wie lange läuft denn die Ausstellung? Vielleicht kann ich ja noch kommen?
Bützchen!
Carola Willbrand
Dienstag, 6. Oktober 2009
TODESTAGE längst vorbei
Samstag, 26. September 2009
TODESTAGE 148, 26.September 2009, Samstag
Donnerstag, 27. August 2009
Mittwoch, 26. August 2009
und weiter...
(meine Zeichnung finde ich immer noch gut! Morgen stell ich sie hier rein. Vorher geht nicht, ich brauch Tageslicht zum Fotografieren)
und weiter...
Mal sehen, was ich morgen davon halten kann. Nüchtern dann.
und weiter...
und weiter...
Ob das Scheiß ist, was ich da gemacht habe oder nicht darüber bin ich mir oft nicht sicher, kopfschüttelnde Betrachter verunsichern ja doch auf die Dauer, aber entscheiden kann ich das nur selber.
Wenn ich heute nochmal ganz von vorne anfangen müsste, würde ich den gleichen Scheiß nochmal machen.
Ich kann nicht anders. Ich will auch nicht anders.
Und da das so ist, erübrigt sich die Frage, was das denn nun sei, Scheiß oder nicht - oder was auch immer. Sie ist unwichtig, bringt keine Klärung und führt lediglich zu Lähmungen. Diese treten mit fortschreitendem Alter sowieso auf und bereiten den Stillstand vor.
Also weitermachen. Ohne zu fragen. Was sich dann auftut, ist die große Freiheit: Ich kann machen was ich will.
Toll! Nur - das mache ich schon lange.
Aber ich muss aufhören zu fragen.
Vielleicht werde ich dann n o c h besser.
Der Satz vorhin, mit dem Beginn "die Zeichnung von gestern" verweist auf eine begonnene Kontinuierlichkeit: Jeden Tag eine Zeichnung, egal wie. Eine Mischung aus Freiheit und Zwang - mach was du willst, aber mach!
TODESTAGE 147, 26.August 2009, Mittwoch
Schön ist es heute draussen: Die Sonne scheint, ein freundlicher Wind weht. Selbst der Nachmittag ist fast vorbei, am Vormittag und auch später noch war ich in diversen Tätigkeiten unterwegs:
+ Post abholen im Künstlerhaus und meine eigene Werbung für die FRüHSTüCKSBüHNE dort aufhängen + Markteinkauf + besagte Post bei Sven abliefern und über Notwendiges kurz (oder lang) reden + Kaffe trinken bei Markus + beim Immobilienmakler unten im Haus meine merkwürdige Kunstaktion in Gang bringen + Beschwerde im nachbarlich gelegenen Blumenladen wegen nächtlicher Ruhestörung. Es ging dabei nicht um randalierende Rosen sondern um ein eigenmächtig tätiges Licht im Hof, es geht immer mal an und wieder aus und scheint mir ins Schlafzimmer.
Die Zeichnung von gestern sieht sich heute besser an, als ich sie in der Nacht wahrgenommen habe.
Montag, 27. Juli 2009
Sonntag, 26. Juli 2009
aber kurz davor ist mir noch eine Zeichnung geraten - ein Novum, eine politische,
folgt morgen.

In der im Zusammenhang mit der Zeichnung erwähnten künstlerischen Pause habe ich mein Projekt "secret gifts" aufgearbeitet. Es waren Beiträge aus den Jahren 2005 - 2008 zu sortieren und einzuordnen. Viel Zeug! Fotos, verschieden zum Totlachen, von unscharf, unkenntlich bis traumhaft schön. Aber es sind Dokumente, deshalb brauche ich sie alle, so wie sie nun mal sind. Mehr erzähle ich hier nicht zum Projekt, ist ja schließlich secret - geheim!
Mit diesem Foto aus dem Jahre 2007ist meine Aufarbeitung fürs erste geschafft.
Heute morgen um acht, als ich nur mal eben aufgestanden aber noch nicht aufgestanden bin, war der Himmel strahlend blau.
Jetzt ist er wieder grau von schnellen Wolken - wie jeden Sommertag in letzter Zeit.
Kann sein, dass heute zwei Adler über meinem Frühstückstisch kreisten: Sichtbar durch das Dachfenster überm Tisch, in großer Höhe, große Vögel, die zwei Minuten lang (dann waren sie aus meinem Gesichtsfeld entschwunden) ohne einen einzigen Flügelschlag ruhige Kreise zogen.
Vom täglichen 12Uhr-Kaffee bei Freund Markus zurück gekehrt, habe ich zwei Stunden mit dem Aufräumen von Dateien zugebracht - beides sei lediglich der Vollständigkeit halber erwähnt, weil darüber Zeit vergangen ist (es ist bereits voll der Nachmittag!) aber: Das Eine ist mir zu privat, sich darüber öffentlich auszulassen, das Andere zu langweilig.
In den letzten Tagen sind mir ein paar Zeichnungen gelungen. Ich hatte eine Pause eingelegt, weil ich mich festgefahren hatte. Die Pause war wohl gar nicht so falsch. Ich neige bei solcher Mühsal eher dazu, nicht locker zu lassen, dran zu bleiben.
TODESTAGE 146, Sonntag, 26.Juli 09
Wenn man morgens aufwacht mit dem diffusen Rest eines Traums im Gedächtnis und will diesen Traum noch mal zu fassen kriegen, geht das allenfalls - wenn überhaupt - in der Körperhaltung mit der man aufgewacht ist. Dreht man sich auf die andere Seite, ist der Traum weg.
Samstag, 27. Juni 2009
Freitag, 26. Juni 2009
TODESTAGE 145, Freitag den 26.Juni 2009
Gestorben bin ich nicht, aber ich fing an zu schwitzen (das schlechte Gewissen: Es ging schon auf 11 zu!) beides zusammen hat mich aus dem Bett getrieben.
Irgendetwas auf dieser Seite zu schreiben hatte ich nicht vor. Was denn ?
Der Sturm hat mich wach gemacht, am späten Nachmittag, bei einem Rundgang am Wasser entlang auf einem verlängerten Rückweg von der Stadtbücherei.
Er kam von Osten und formte in der Bucht Wellen von erstaunlicher Lebhaftigkeit. Die Strandmöblierung (ich mag sie nicht, diese Sitzkörbe, die die Aussicht versperren) war zwar vorsichtshalber ein Stück in die Höhe gezogen worden, aber alle wird das nicht retten. Wenn der Sturm bleibt, geh ich später noch mal hin. Ist das die Vorfreude auf die Schadenfreude?
Dienstag, 26. Mai 2009
TODESTAGE 144, Dienstag, den 26.Mai 2009
Heute zum ersten Mal gegen fünf, da musste ich mal. Draußen schien es mir dunkler als sonst um diese Zeit. Eine frühe Amsel. Fast hätte ich geschrieben:da sang eine Amsel - aber das stimmte nicht, es war eher ein Sprechgesang mit hörbarer Interpunktion, Frage- und Ausrufezeichen zwischen den Satzteilen.
Zum zweiten Mal um halbneun. Da war der Himmel im Westen zweigeteilt: Im unteren Drittel rabenschwarz, der Rest bis zum Zenit hellgrau, wie mit dem Lineal horizontal voneinander getrennt.
Wieder im Bett begann in diesem Gewölk ein raumgreifender Donner, jedes Mal beginnend an einem Punkt und dann das Weltall ausfüllend.
Später, um Neun, rann windstiller Regen lautlos vom nun einheitlich grauen Himmel.
Später, auf dem Weg in die Stadtbücherei bin ich dann richtig ins Schwitzen gekommen, es ist jetzt dünn-sonnig und schwül.
Mit der Stadtbücherei wollte ich meine täglich zugesagten 5 Minuten für Markusbernsteinredaktion ableisten, war aber nix: Mein Vorschlag, die dort bereits liegenden Hefte (an der Auslage in der Garderobe) in den Leseraum zu legen, damit sie tatsächlich GELESEN werden, wurde abgelehnt. Im Garderobenraum nimmt sie niemand wahr, dort geht im Sommer kaum jemand rein.
12.01 jetzt, geh ich mal Kaffetrinken in Klein-Italien.
13.35 nächster Termin, das Künstlerhaus erwartet Besuch, da ist erstmal meine Unterstützung bei den Vorbereitungen angesagt und dann meine Gegenwart.
18.xy Wieder zu Hause, regen- und schweißnass, auf dem PC eine Mail, dass unser Filmchen derart ins Stocken geraten ist, dass mit einer baldigen Fertigstellung kaum noch zu rechnen ist.
Die für meinen Bericht vorgesehene Zeichnung - letzter Schritt einer sechsteiligen Serie - kriege ich jetzt nicht aufs Papier, habe den Kopf nicht frei.
Immerhin, die Serie hat einen Namen: Darstellung des täglichen Scheiterns.
Interessant. Aktuell wäre jetzt: Das Scheitern der Darstellung des täglichen Scheiterns.
Vielleicht finde ich dafür ein Gefüge von Strichen auf dem Papier, der Abend ist ja noch lang.
Sonntag, 26. April 2009
Jetzt rauche ich eine Zigarette - obwohl nicht Donnerstag ist...
Das Blatt von gestern: Zerbrochener Rahmen

Unter unfruchtbaren Zeiten leide ich sehr oft und intensiv, auch im April habe ich während langer Abende Papier und Bleistift betrachtet, die nichts miteinander anzufangen wußten. Irgendwann habe ich einen Faden gefunden - buchstäblich, er hat die Idee geliefert: Doppel- und Mehrfachlinien. dann gab es sogar ein paar Blätter. Hier die beiden letzten von gestern und vorgestern.
Mittlerweile gefallen sie mir sogar.
Ich bin umgezogen, innerhalb meiner Wohnung. In meinem bisherigen Atelier wohnt jetzt Hagen, der Tischlerlehrling von gegenüber und mein neues Atelier ist der Raum der Frühstücksbühne. Die Entscheidung, Wohnraum abzugeben war für mich noch gar nicht ganz klar formuliert, da stand der neue Mieter vor mir mit der Frage, ob er seine Sachen kurze Zeit bei mir unterstellen könne bis er eine Bleibe gefunden habe, der WG sei gekündigt worden.Ich habe diese Situation als Fingerzeig genommen und ihm mein Atelier angeboten.
Das muss erläutert werden.
Den ganzen Winter über habe ich mehr und mehr die Frühstücksbühne als Atelier genutzt zur Reduzierung der Heizkosten. Ich merkte, dass das geht, sogar sehr gut. Außerdem: Durch den Topf meiner Ersparnisse scheint schon der Boden durch und mein Monatsetat reicht ohne eine zusätzliche Abstützung nicht mehr aus.

Nach dem sportlichen Teil des Vormittags, ab 12 Uhr mittags (Kaffeetrinken, wie jeden Tag) war im Hof die Sonne angenehm. Außer Markus und mir waren Svenja da und Ruben (mein neuer Enkel: Er hat mir mal einen Antrag gemacht, ich möge doch bitte seine Oma sein. Nach einiger Bedenkzeit habe ich seinem Antrag stattgegeben.) Etwas später - ganz kurz - kam Hagen hinzu, mein neuer Untermieter.
Das Foto hier stammt vom Nachmittag, da war die Sonne nur noch in der Wäsche. Deshalb sitzt da auch niemand mehr.
TODESTAGE 143, 26.April 2009
Heute morgen war ich walken, seit langer Zeit mal wieder. Ich bin nicht mehr so gut drauf wie noch vor einem halben Jahr, mir wird die Atemluft schneller knapp als - noch vor einem halben Jahr. Ich glaube den Grund zu kennen - Alter. Alter macht mutlos. Wenn man nicht aufpasst, traut man sich nichts mehr zu. Das ist dann Angst. Der Arzt würde es wohl Asthma nennen, das ist zu einfach.
Freitag, 27. März 2009
TODESTAGE 142, 26.März 2009

Heute ist bereits der 27. ich lebe noch.
Gestern hatte ich absolut keinen Nerv, diesen grauen Tag auch noch schriftlich festzuhalten. Ich hab mich von Sorgen quälen lassen, ich hab sie so nah an mich rangelassen, dass sie mich wie mit Krakenarmen zu ersticken drohten. Buchstäblich, Angst macht Asthma. Aus der Nähe, riesengroß, dulden sie kein anderes Interesse neben sich. Ob man sich erdrücken lässt oder nicht, ist eine Sache der Perspektive. Weit in den Hintergrund gedrängt, verlieren sie an Bedeutung.
Abends der Künstler- und KAOTEN Stammtisch hat mich etwas abgelenkt. Der Bedienung habe ich ein Bild mitgebracht, ein Porträt von ihr, der Meinung bin ich nicht alleine. Hier ist es.
Freitag, 27. Februar 2009
TODESTAGE, 26 Februar ab Mittag
Am frühen Nachmittag tauchte Cordula auf, heil zurück aus dem Kölner Karneval. Wie vorauszusehen war, hat sie unseren Supertrommler Benny infiziert, den wollten sie am liebsten gleich da behalten: Die Liebe war gegenseitig. Er wollte gar nicht mehr aufhören zu trommeln.
Es wurde dann bei mir noch richtig voll: Markus tauchte auf mit einem jungen Kameramann, Drehort inspizieren. Was das soll: Wir drehen einen Film, über die Tralau, Drehbuch Markus Feuerstack. Weiter sage ich noch nichts darüber, aber: Das wird luschtich! Termin Pfingsten.
Ja. Dann gings nahtlos weiter in die Konzertreihe PROVINZLÄRM: Zwei Veranstaltungen Donnerstag, zwei Freitag, zwei Samstag. Richtig anstrengend.
Leider fühle ich mich außerstande, etwas Brauchbares über moderne Musik von mir zu geben.
Donnerstag, 26. Februar 2009
in der Nacht
Es ist halbeins.
Ich lebe noch!
über das Februar-Bild bei Markus

...es war sehr anregend, wir gehen oft sehr ähnliche verwinkelte Gedankenwege, deshalb hängt jeden Monat ein Leihbild von mir bei ihm. Auf das aktuelle, das Februar-Bild hat es gestern eine erstaunliche Reaktion von der 15jährigen Dorothee gegeben: Dies ist das genialste Nichts, was ich je gesehen habe! Sowas freut!!
Todestage 141, 26.Februar 2009
Schon fast Mittag.
Als erstes heute morgen habe ich eine Rundum-Heizorgie veranstaltet. Der Grund: Der Heizkörper in der Küche bleibt kalt. Vielleicht ist dieser Zustand gar nicht so neu, ich habs nur vorher nicht bemerkt sondern mich nur gewundert, dass ich dort immer kalte Füße bekam beim Zeitungslesen. Ich habe immer vermutet, es läge an der Zeitung. Die Orgie: Alle anderen Heizkörper in der Wohnung sind in Ordnung.
Montag, 26. Januar 2009
26.Januar 2009, abends

Fast hätte ich es vergessen.
Heute Mittag habe ich meinen Freund Markus besucht. Das tue ich jeden Tag ? mittags.
In seinem Universalraum (Wohn-, Arbeits- und Besuchszimmer) findet seit einiger Zeit eine ständige Einbild-Ausstellung von mir statt mit monatlichem Wechsel, immer so gegen Monatsende. Ich habe noch keine Ausstellung mit soviel Resonanz gehabt wie diese.Insbesondere Jugendliche nehmen die Bilder wahr, äußern sich darüber und warten zu gegebener Zeit schon auf das nächste. Welches das jetzt sein wird - ich weiß es noch nicht genau...oder doch...oder ich mach noch ein neues. Es handelt sich bei dabei immer um Zeichnungen.Die auf dieser Seite abgebildete Bleistiftzeichnung ist uralt (2000) und wird in den nächsten Tagen ausgewechselt.
26.Januar 2009, spätnachmittags


Vor einigen Jahren, so um 2002/3 rum, habe ich mal ein Buch illustriert: Salka Valka von Halldor Laxness, 9 Bleistiftzeichnungen. Vor zwei/drei Jahren habe ich ein anderes Buch bearbeitet: Die Geschichte der O, der klassische Porno, dargestellt in seiner Gänze mittels Buchstabennudeln, aber aller Obszönitäten beraubt.
Jetzt wollte ich beide Darstellungsformen an EINEM Objekt zusammenbringen: Die bereits bestehende Serie der Zeichnungen durch einen Behälter mit Buchstabennudeln, die den Laxness in der Anzahl der Buchstaben darstellen, ergänzen. Weshalb das jetzt hier, am 26.1.09: Meine Bemühungen heute an dieses Buch zu kommen sind eben gescheitert. In der Stadtbücherei war's nicht und die Buchhandlung um die Ecke hatte zu, Inventur.
Soll ich das jetzt als weisen Fingerzeig nehmen: Lass das, nimm ein anderes Buch, DIESER Laxness ist zu unbekannt ? Oder: Morgen weiter suchen.
26.Januar, immer noch morgens

Als ich eben noch nackt in der Küche rum stand hörte ich erschrocken Schritte auf der Treppe. Beim Griff zum Morgenmantel das beruhigende Geräusch des Schlüssels in der Wohnungstür: Cordula war?s. Töchter dürfen Mütter nackt sehen. Sie kam vom Kulturamt, um ihrem vor zwei Jahren hier eingepflanzten Karneval in die dritte Runde zu verhelfen.
Als sie, schon im Rausgehen, einen Blick ins Atelier warf, fand sie meine kürzlich entstandene Gruppe von drei Zeichnungen spontan gut. Sowas freut!!



























